Ein zweiter Lockdown für Österreich heißt für viele Unternehmen in Österreich eine erneute Umstellung auf Homeoffice. Während der Arbeitsweg der meisten damit auf die Strecke vom Frühstückstisch ins Arbeitszimmer, oder auf die Couch, verkürzt wird, verlängert der erneute Wechsel auf das digitale Arbeiten die Liste an Herausforderungen für die Führungskräfte zahlreicher Unternehmen. Vor allem stehen viele Ausbilder/innen vor der Herausforderung, ihre Lehrlinge im Homeoffice zu motivieren.

Etwas Gutes hat die Krise ja: die Digitalisierung findet, gezwungenermaßen, immer mehr Einzug in den Berufs- und Lebensalltag vieler Menschen. Was früher lange Meetings in kleinen Besprechungsräumen waren, sind jetzt kurze digitale Video-Konferenzen. Doch durch die fehlende Nähe zu den Kolleginnen und Kollegen kann die Motivation für die Arbeit zu Hause schnell mal auf der Strecke liegen bleiben.

Dass die Arbeitsmotivation durch unser Umfeld geprägt werden, ist dabei kein neumoderner Ansatz: Bereits in den 30er-Jahren wurden in der Human-Relations-Theorie sozioemotionale, das heißt zwischenmenschliche, über monetäre Motivationsfaktoren gestellt und in zahlreichen Experimenten (vgl. Hawthorne Experimente) beobachtet und analysiert.

Legt man das auf die aktuelle Corona-Zeit um, ist es keine Überraschung, dass bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Motivation zu Hause absinkt. Dieser Fakt bedeutet aber nicht, dass der Motivationsabfall so hingenommen werden muss. Ganz im Gegenteil, wir haben uns intensiv mit diesem Thema beschäftigt, wie trotz Homeoffice ein hochproduktives Arbeitsklima entstehen kann. Im folgenden Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über die Effektivitätssteigerer bei der Arbeit zuhause:

 

Das Teamgefühl

Als Chefin oder Chef ist es, neben eine Vielzahl an organisatorischen Aufwendungen, eine große Herausforderung ein Team im Homeoffice zu leiten. Ein zentraler Punkt dabei ist es, die Motivation mithilfe des Gruppengefühls zu fördern. Dies kann auf verschiedenste Weisen passieren: ob ein After-Work-Call als gemütlicher Ausklang, eine Online-Kaffeepause oder die gemeinsame Mittagspause mit einem Videocall – wichtig dabei ist, dass es einmal nicht nur um die Arbeit geht, sondern der alt-bekannte und alt-bewährte Tratsch an der Kaffeemaschine auch Einzug in das Homeoffice findet, damit die persönlichen Beziehungen durch die räumliche Distanz nicht verloren gehen.

 

Check-In und Check-Out

Was nach einem Hotel klingen mag verdeutlicht den Anfangspunkt eines motivierten Arbeitstages. Der Check-In in der Früh dient zu einem kurzen Abgleich mit der Führungsperson. Bei diesem Anruf oder Video-Call werden die wichtigsten Punkte und Ziele des Tages besprochen. Das Gespräch können Sie auch nutzen, um die Stimmung einzufangen. Hier können auch Meilensteine für untertags festgelegt werden – so finden Sie weitere Anknüpfungspunkte für Gespräche untertags.
Der Check-Out am Abend soll dazu genutzt werden, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen, die Ziele für den nächsten Tag festzulegen und den Arbeitstag bewusst zu beenden.

 

Stimmungs-Überblick bewahren

Weil die Corona-Zeit für jede Person unterschiedlich belastend sein kann und jede Person unter anderen Umständen im Homeoffice arbeitet, ist es wichtig dies als Vorgesetze/r im Hinterkopf zu behalten und auch proaktiv nachzufragen. Gerade in Zeiten von Remote-Arbeit ist die Hürde, nach Hilfe zu fragen noch größer als im Büro. Darum ist ein sehr einfacher, und dennoch sehr hilfreicher Tipp hier, einfach nachzufragen und diese „Wie geht’s dir“- oder „Wie läuft´s bei dir?“- Fragen in den Homeoffice-Alltag und Teammeetings zu integrieren und zum Normalzustand zu machen, darauf auch ehrlich beantworten zu dürfen.

 

Produktivität fördern

Motivation wird auch durch das Gefühl des Fortschrittes geschaffen. Das Gefühl, dass unsere Arbeit einen sinnvollen Beitrag zum Ziel leistet, beflügelt uns in unserem Tun und kann einen wichtigen Schub für die nächsten Aufgaben bieten. Um die Produktivität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice zu fördern gibt es zahlreiche Methoden: Regelmäßige Telefon- oder Videokonferenzen mit dem gesamten Team, bei denen gegenseitige Updates eingeholt werden, nächste Schritte geplant und Unterstützung angeboten werden kann, helfen ein gegenseitiges Motivieren innerhalb des Teams zu fördern. Auch eine andere Art der Aufgabenverteilung kann helfen: so ist es oft schon hilfreich lieber kleinere Aufgabenpakete, die einzeln weniger Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen, zu verteilen als einer Person ein sehr aufwendiges und langwieriges Projekt zuzuweisen. 

Und wer auf Herausforderungen und Kreativität im Unternehmen setzen will, dem empfiehlt es sich durch Spielifizierung (engl. Gamification) den Arbeitsalltag aufzulockern. Gamification bedeutet soviel wie die Integration von spieltypischen Elementen und beinhaltet beispielsweise das Einbinden von Wettbewerben untereinander oder Challenges jede Person selbst zu ermöglichen. Wir haben das bei uns im Unternehmen bereits ausprobiert und zum Beispiel die Challenges „Wer hat bis zur Mittagspause die wenigsten Mails im Posteingang?“ oder „Wer schickt die meisten Wochenberichte ab?“, um das Format unserer wöchentlichen Jour Fixe mit dazugehörigen schriftlichen Berichten zu etablieren, ins Arbeitsleben gerufen. Es ist der freundschaftliche Wettbewerbsgedanke, der uns Menschen hilft, Spaß bei der Arbeit zu haben und daraus noch mehr Motivation für die nächsten Aufgaben zu schöpfen.

 

Unabhängig davon in welchem Ausmaß die Förderung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice stattfindet, essenziell ist, dass diese Fortschritte auch für alle festgehalten und erbrachte Erfolge anschließend gelobt und gefeiert werden. Vielleicht wieder mit einer gemeinsamen virtuellen Kuchen-Pause? Ganz egal in welcher Form dies geschieht, letztendlich geht es darum, auf die Bedürfnisse der einzelnen Unternehmensmitglieder einzugehen und dabei einen guten Ausgleich zwischen Arbeitsqualität gewährleisten und Soziale Beziehungen fördern zu finden. Damit die Herausforderung Homeoffice zu einem erfolgreichen Schritt nach vorne für das ganze Unternehmen werden kann.

Und weil dieser Schritt gemeinsam viel einfacher zu gehen ist: Lasst uns diesen Weg gemeinsam gehen. Nutzen wir die unendlichen Informationen da draußen und stehen wir die nächste Zeit gemeinsam durch. Wenn Sie motivierende Worte für Ihren Weg benötigen – melden Sie sich doch bei uns. 🙂 

 

Foto (lizenzfrei): StockSnap-894430 auf Pixabay via canva

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